Prüfpunkt 1: Auftrag und Aussagegrenze festlegen
Beginnen Sie nicht mit der Frage, wie viele Module auf das Dach passen. Schreiben Sie zuerst auf, was tatsächlich geklärt werden soll: Ist die Dachfläche geometrisch nutzbar? Gibt es erkennbare Schäden? Welche Eindeckung liegt vor? Wo entstehen Schatten? Welche Entscheidungen können nur Statiker, Dachdecker, Elektrofachbetrieb oder Denkmalschutzbehörde treffen? Diese Trennung verhindert, dass eine grobe Voransicht später wie eine Freigabe behandelt wird. Ein Dachcheck ist eine strukturierte Bestandsaufnahme, kein Tragfähigkeitsnachweis und keine Anlagenplanung.
Vermerken Sie zu jeder Aussage ihre Herkunft. „Auf dem Foto sichtbar“, „aus Bauzeichnung übernommen“, „vom Eigentümer erinnert“ und „noch ungeprüft“ sind vier unterschiedliche Qualitätsstufen. Besonders bei Dachalter, Unterspannbahn, Sparrenquerschnitt und früheren Reparaturen sind Erinnerungen nützlich, aber nicht belastbar genug für eine technische Zusage. Eine kleine Legende im Prüfblatt macht diese Unsicherheit sichtbar und hilft dem späteren Fachbetrieb, gezielt nachzufragen.
- Ziel des Vorchecks in einem Satz
- Legende für Beobachtung, Dokument und Annahme
- Liste der bewusst offenen Fachprüfungen
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 1: Auftrag und Aussagegrenze festlegen“ werden ziel des vorchecks in einem satz, legende für beobachtung, dokument und annahme und liste der bewusst offenen fachprüfungen als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Prüfpunkt 2: Dachunterlagen und Bildsatz zusammenstellen
Suchen Sie Bauzeichnungen, Schnitte, statische Berechnungen, Rechnungen früherer Dacharbeiten und Angaben zur Eindeckung. Ein Grundriss allein zeigt nicht die wahre geneigte Dachfläche; ein Schnitt kann dagegen Neigung, Sparrenlage und Aufbau erkennbar machen. Markieren Sie das Dokumentdatum und prüfen Sie, ob Umbauten, Gauben oder Anbauten danach hinzugekommen sind. Alte Pläne bleiben hilfreich, dürfen aber nicht ungeprüft als Ist-Zustand gelten.
Der Bildsatz sollte das Gebäude aus mehreren Richtungen, jede relevante Dachfläche, First, Traufe, Ortgang, Kehlen, Kamine, Gauben, Dachfenster, Durchdringungen, Blitzschutz und erreichbare Details der Eindeckung zeigen. Fotografieren Sie niemals aus einer unsicheren Position. Viele Informationen lassen sich vom Grundstück, aus einem gegenüberliegenden Fenster oder mit vorhandenen Planunterlagen gewinnen. Benennen Sie Bilder nach Himmelsrichtung und Standort, damit später keine Dachhälften verwechselt werden.
- Planstand und Umbauten notiert
- Übersichtsbilder aus mindestens zwei Richtungen
- Detailbilder ohne Betreten eines ungesicherten Dachs
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 2: Dachunterlagen und Bildsatz zusammenstellen“ werden planstand und umbauten notiert, übersichtsbilder aus mindestens zwei richtungen und detailbilder ohne betreten eines ungesicherten dachs als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Prüfpunkt 3: Zustand und Sanierungshorizont erfassen
Notieren Sie Alter und bekannte Arbeiten am Dach, ohne daraus allein eine Restlebensdauer abzuleiten. Sichtbare Brüche, verrutschte Deckelemente, provisorische Reparaturen, Feuchtespuren im Dachraum oder stark beanspruchte Anschlussbleche sind Hinweise für eine fachliche Kontrolle. Auch ein optisch ruhiges Dach kann verdeckte Schwächen haben. Der Vorcheck kennzeichnet deshalb Auffälligkeiten und ihren Ort, statt sie zu bewerten oder aus der Ferne zu entwarnen.
Entscheidend ist die zeitliche Reihenfolge. Wenn in wenigen Jahren eine Neueindeckung oder Abdichtung wahrscheinlich wird, kann eine vorher montierte PV-Anlage spätere Demontagekosten verursachen. Umgekehrt muss nicht jedes ältere Dach vorsorglich erneuert werden. Lassen Sie Dachdecker und gegebenenfalls Tragwerksplaner den Bestand beurteilen und dokumentieren Sie, welche Nutzungsdauer für die konkrete Eindeckung und Unterkonstruktion erwartet wird. Das Angebot sollte diese Annahme ausdrücklich nennen.
- Dachalter als Quelle oder Schätzung markiert
- Auffälligkeiten positionsgenau fotografiert
- Absehbare Sanierungen zeitlich eingeordnet
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 3: Zustand und Sanierungshorizont erfassen“ werden dachalter als quelle oder schätzung markiert, auffälligkeiten positionsgenau fotografiert und absehbare sanierungen zeitlich eingeordnet als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Prüfpunkt 4: Dachform und nutzbare Teilflächen zeichnen
Skizzieren Sie nicht nur die äußere Dachkontur. Teilen Sie Sattel-, Walm-, Pult- oder Flachdach in reale Flächen und markieren Sie First, Grate, Kehlen, Attiken, Aufbauten und Übergänge. Eine rechteckige Modulbelegung benötigt zusammenhängende Bereiche. Kleine Restdreiecke eines Walmdachs oder schmale Streifen neben einer Gaube können rechnerisch Fläche bieten, praktisch aber durch Randabstände, Montageachsen und Zugänglichkeit ausscheiden.
Tragen Sie Maße mit Herkunft ein: gemessen, aus Plan abgelesen oder grob geschätzt. Bei geneigten Dächern müssen Trauflänge und geneigte Länge unterschieden werden. Bei Flachdächern gehören Abläufe, Notentwässerung, Lichtkuppeln, Wartungswege und Attikahöhen in dieselbe Skizze. Ziel ist kein fertiger Modulplan, sondern eine Geometrie, die ein Planer verifizieren und in ein belastbares Aufmaß überführen kann.
- Jede Dachfläche einzeln bezeichnet
- Aufbauten und Entwässerung eingetragen
- Maße mit Herkunft und Einheit versehen
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 4: Dachform und nutzbare Teilflächen zeichnen“ werden jede dachfläche einzeln bezeichnet, aufbauten und entwässerung eingetragen und maße mit herkunft und einheit versehen als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Prüfpunkt 5: Eindeckung und Befestigungsweg benennen
Dachziegel, Dachstein, Schiefer, Stehfalzblech, Trapezblech, Bitumenbahn, Kunststoffbahn, Faserzement oder Begrünung stellen unterschiedliche Anforderungen. Fotografieren Sie Material und Format so, dass ein Fachbetrieb es einordnen kann. Bei historischen oder ungewöhnlichen Deckungen genügt eine Farbbeschreibung nicht. Auch Unterkonstruktion, Befestigung und vorhandene Sonderbauteile entscheiden darüber, ob Standarddetails passen oder eine objektspezifische Lösung nötig ist.
Vermeiden Sie die Annahme, eine durchdringungsfreie Lösung sei automatisch statisch oder abdichtungstechnisch unkritisch. Das DIBt weist bei bestimmten Befestigungen auf Dachabdichtungen ausdrücklich darauf hin, dass die Abdichtung nicht ohne Weiteres als tragendes Bauteil behandelt werden kann. Umgekehrt darf bei Ziegeln nicht pauschal angenommen werden, dass jeder Dachhaken ohne Bearbeitung oder Ersatzdeckung montierbar ist. Der Prüfbericht hält Material, Zustand und offene Anschlussfrage fest.
- Eindeckung materialgenau bezeichnet
- Detailfoto mit Maßstab oder bekanntem Format
- Befestigungsfrage als offen oder fachlich geklärt markiert
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 5: Eindeckung und Befestigungsweg benennen“ werden eindeckung materialgenau bezeichnet, detailfoto mit maßstab oder bekanntem format und befestigungsfrage als offen oder fachlich geklärt markiert als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Prüfpunkt 6: Ausrichtung, Neigung und Schatten getrennt prüfen
Ausrichtung und Neigung beschreiben die Geometrie; Verschattung beschreibt die Umgebung. Notieren Sie die Himmelsrichtung jeder Teilfläche und die Quelle des Winkels. Eine Smartphone-Anzeige kann ein Hinweis sein, sollte aber wegen magnetischer Störungen und unklarer Bezugskanten nicht unkommentiert übernommen werden. Für die Neigung sind Planangaben oder eine fachgerechte Messung besser als eine Schätzung aus einem schrägen Foto.
Schatten verändert sich nach Tages- und Jahreszeit. Markieren Sie Kamine, Gauben, Antennen, Bäume, Nachbargebäude und Gelände als getrennte Auslöser. Ein einzelnes Sommerfoto kann Winterverschattung durch tief stehende Sonne übersehen; ein kahler Baum im Winter unterschätzt den Sommerzustand nicht automatisch, weil dann auch der Sonnenstand höher ist. Der Vorcheck sammelt die Geometrie und verweist für die Ertragswirkung auf eine passende Simulation.
- Himmelsrichtung je Teilfläche
- Neigung mit Messquelle
- Schattenauslöser statt pauschaler Schattenbewertung
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 6: Ausrichtung, Neigung und Schatten getrennt prüfen“ werden himmelsrichtung je teilfläche, neigung mit messquelle und schattenauslöser statt pauschaler schattenbewertung als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Prüfpunkt 7: Tragwerk, Zugang und Rahmenbedingungen öffnen
Die Tragfähigkeit lässt sich nicht aus dem Deckmaterial oder dem äußeren Eindruck bestätigen. Sammeln Sie statische Unterlagen, Maße sichtbarer Tragwerksteile und Hinweise auf Umbauten, Feuchte oder Schädlingsbefall. Schnee, Wind, Eigengewicht der Unterkonstruktion und mögliche Ballastierung wirken zusammen. Ein Tragwerksplaner entscheidet, welche Nachweise für das konkrete Gebäude notwendig sind. Das Prüfblatt formuliert diese Aufgabe, statt eine Zahl aus einer allgemeinen Zonenkarte zu übernehmen.
Ergänzen Sie sichere Zugänge, Gerüststellflächen, Dachausstiege, Wartungswege, vorhandenen Blitzschutz, mögliche Denkmalschutz- oder Gestaltungsvorgaben und das Netzgebiet. Diese Punkte machen ein sonniges Dach nicht automatisch ungeeignet, beeinflussen aber Planung, Reihenfolge und Angebot. Der Netzanschluss ist außerdem ein eigenes Verfahren; eine positive Dachvorprüfung garantiert keine Anschlusszusage. Halten Sie Zuständigkeiten und offene Rückmeldungen separat fest.
- Statikunterlagen oder klarer Prüfauftrag
- Zugang und Wartungsflächen beschrieben
- Behörden- und Netzthemen separat erfasst
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Prüfpunkt 7: Tragwerk, Zugang und Rahmenbedingungen öffnen“ werden statikunterlagen oder klarer prüfauftrag, zugang und wartungsflächen beschrieben und behörden- und netzthemen separat erfasst als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Aus sieben Prüfpunkten wird ein belastbarer Übergabestand
Fassen Sie das Ergebnis nicht als Ampel „geeignet/ungeeignet“ zusammen. Besser ist eine Befundliste: bestätigt, wahrscheinlich, ungeklärt und auffällig. Zu jedem ungeklärten Punkt gehört die nächste zuständige Rolle. So wird aus „Dach sieht gut aus“ beispielsweise „Eindeckung ohne sichtbare Schäden auf Übersichtsbildern; Alter laut Rechnung 2009; Unterspannbahn nicht dokumentiert; Prüfung durch Dachdecker vor Belegungsfreigabe“. Diese Formulierung ist länger, aber wesentlich belastbarer.
Übergeben Sie Skizze, Bildindex, Unterlagenliste und offene Fragen gemeinsam. Bitten Sie im Angebot um Rückbezug auf die dokumentierten Annahmen: Welche Fläche wurde geplant, welche Deckung angesetzt, welche Statikunterlage verwendet und welche Vorleistung bleibt beim Eigentümer? Ein sauberer Vorcheck verkürzt nicht jede Prüfung, verhindert aber, dass verschiedene Anbieter von unterschiedlichen Dächern sprechen. Genau darin liegt sein Wert.
- Befundstatus statt Ferndiagnose
- Zuständigkeit je offener Frage
- Angebot soll Annahmen ausdrücklich bestätigen
Eintrag in die Prüfmappe: Für „Aus sieben Prüfpunkten wird ein belastbarer Übergabestand“ werden befundstatus statt ferndiagnose, zuständigkeit je offener frage und angebot soll annahmen ausdrücklich bestätigen als getrennte Nachweise geführt. Ergänzen Sie zu jedem Eintrag Datum, Quelle und verantwortliche Person. Ist eine Angabe geschätzt, bekommt sie keinen scheinbar bestätigten Status. Fotos erhalten Blickrichtung und Bezug zur Flächennummer; Pläne ihren Ausgabestand. Der nächste Fachtermin soll nicht wieder bei null beginnen, sondern genau die noch offene Entscheidung zu ein vollständiges, aber bewusst vorläufiges Dachprotokoll beantworten.
Häufige Fragen zum Prüfweg
Kann ich den Dachcheck vollständig selbst durchführen?
Sie können Unterlagen, sichere Fotos, Maße und offene Fragen vorbereiten. Tragfähigkeit, elektrische Planung, Befestigung und verdeckte Schäden müssen qualifizierte Fachleute beurteilen.
Reicht ein Solarkataster als Eignungsnachweis?
Nein. Ein Kataster kann Einstrahlung, Geometrie und modellierte Verschattung vorstrukturieren, kennt aber den aktuellen Dachzustand, das Tragwerk und viele Detailanschlüsse nicht.
Muss ich für den Vorcheck auf das Dach steigen?
Nein. Betreten Sie kein ungesichertes Dach. Nutzen Sie vorhandene Pläne, sichere Blickpunkte und später eine fachgerecht organisierte Vor-Ort-Aufnahme.
Was ist das wichtigste Ergebnis?
Eine nachvollziehbare Mappe mit bestätigten Beobachtungen, gekennzeichneten Annahmen und klar benannten Fachprüfungen—nicht eine pauschale Eignungsampel.
